Silves

Baden und Bräunen am Strand war zur Zeit der Mauren nicht „in“. Ihre Hauptstadt errichteten sie daher nicht an der Küste, sondern ein gutes Stück landeinwärts – auf einem Hügel am Rio Arade, von dem aus sie das gesamte Umland überblicken konnten. Sie wählten einen Ort, den vor Ihnen schon Phönizier, Karthager und Römer befestigt und als wichtigen Flusshafen erkannt hatten. Denn als die Mauren im 8. Jahrhundert einfielen war der Rio Arada noch schiffbar und ermöglichte bedeutende Handelsverbindungen zu den Ländern am Mittelmeer. Zur Blütezeit soll „Xelb“ rund 30.000 Einwohner gehabt haben. Die Dichter beschrieben und besangen das luxuriöse Leben der arabischen Herrscher, die reichen Basare und prächtigen Marmorpaläste – alles überragt von einem imposanten, weithin sichtbaren roten Kastell.

Im Jahre 1189 konnten die Truppen von König Sancho II, die Festung vorübergehend besetzen, verloren sie jedoch abermals an die Mauren. Erst 1249 wurde die Stadt unter Afonso III. endgültig eingenommen und gleich zum Bischofssitz erhoben. Der Bruch der Verbindungen zu Nordafrika und die stetige Versandung des Flusses bewirkten, dass Silves seine Stellung als Hauptstadt der Algarve abgeben musste. Es folgte ein stetiger Zerfall, beschleunigt durch Zerstörungen bei verschiedenen Erdbeben, besonders dem von 1755, das nur wenige Häuser und historische Monumente verschonte. Heute zeigt sich das 10.000 Einwohner Städtchen wieder als Zentrum einer Landwirtschaftsregion. Die riesigen Obstplantagen profitieren noch von der Hochkultur der Mauren, die mit ihrem genialen Bewässerungssystem das Land erstmals fruchtbar machten.

SehenswertesDas wichtigste historische Monument ist natürlich die gewaltige Maurenburg aus rotem Sandstein, die im Jahre 1940 restauriert wurde. Unter der Burg befanden sich zwei zu 60 tiefe Zisternen, von denen eine – mit einem Fassungsvermögen von über 800 cbm – immer noch für die Wasserversorgung der Stadt genutzt wird. Bedeutend sind auch die unterirdischen Anlagen, die von den Mauren errichtet und als Vorrats- und Arsenalräume genutzt wurden. Das Denkmal, das Sie dann am Eingang der burg sehen, stellt König Sancho II dar. Ein Spaziergang auf den Mauerzinnen lohnt sich allein deshalb, weil man einen wunderschönen Blick auf die Altstadt hat. Die gotische Kathedrale die von 13. – 15. Jahrundert aus lokalem Sandstein auf den Grundresten einer Moschee erbaut wurde, gilt als eines der bedeutendsten Gotteshäuser der Algarve.

Die Markthalle Silves ist täglich geöffnet, ein Besuch lohnt sich. Hier werden noch regionale Produkte täglich frisch angeboten. Am Samstagvormittag ist immer großer Markt in und um die Markthalle herum.Neben der Markthalle, direkt unten an der Hauptstraße gibt es verschiedene original portugiesische Restaurants. Jeden Mittag werden Frango Piri Piri, Dorade oder auch Sardinen frisch gegrillt. Absolut empfehlenswert!

Wegbeschreibung vom Ausgangspunkt der Villa Jandia erhalten Sie hier: Standort Villa Jandia (Geben Sie einfach die jewilige Stadt als Zielpunkt bei Google Maps ein.)